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<title>Chandragupta II.</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Chandragupta II.</span></h1>
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<p><b>Chandragupta II.</b> herrschte im <a href="Indien" title="Indien">nordindischen</a> <a href="Gupta-Reich" title="Gupta-Reich">Gupta-Reich</a> von ca. 375 bis 413/15 n. Chr.; er trug den Beinamen <i>Vikramaditya</i> („Welteroberer“). Während seiner langen Herrschaftszeit erlebte Nordindien eine politisch-militärische, wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Chandragupta II. gilt als großer Förderer der Künste, was sich sowohl in der Architektur (siehe <a href="Gupta-Tempel" title="Gupta-Tempel">Gupta-Tempel</a>) als auch in der bildenden Kunst in zahlreichen Skulpturen manifestiert (<a href="Sanchi" title="Sanchi">Sanchi</a>, <a href="Sarnath" title="Sarnath">Sarnath</a> u. a.). Im Umfeld des königlichen Hofes wirkten überdies zahlreiche Poeten, darunter auch der berühmte <a href="Kalidasa" title="Kalidasa">Kalidasa</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abstammung">Abstammung</h2></div>
<p>Chandragupta II. war der Sohn von König <a href="Samudragupta" title="Samudragupta">Samudragupta</a> (reg. ca. 335–375) und der Enkel von Chandragupta I. (reg. ca. 320–335), der allgemein als Begründer der Gupta-Dynastie angesehen wird. Sein Sohn war <a href="Kumaragupta_I." title="Kumaragupta I.">Kumaragupta I.</a> (reg. ca. 415–455).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Biografie">Biografie</h2></div>
<p>In der Biografie Chandraguptas vermischen sich historische Berichte und fabelhafte Erzählungen, die allesamt jahrhundertelang nur mündlich tradiert wurden, bevor sie irgendwann im indischen Mittelalter schriftlich fixiert wurden.
</p><p>Nach dem Tod Samudraguptas erbte zunächst sein älterer Bruder Ramagupta den Thron; dieser bemächtigte sich auch <i>Dhruvaswaminis</i>, der Verlobten Chandraguptas. Nach einer Niederlage gegen den <a href="Saken" title="Saken">Saka</a>-Herrscher Rudrasimha III. (reg. ca. 388–395) verlangte dieser die Herausgabe <i>Dhruvaswaminis</i>, woraufhin sich Chandragupta entschloss, selbst – als Frau verkleidet – an den Saka-Hof zu reiten, wo er Rudrasimha tötete. (Nach anderen Berichten soll er Rudrasimha und die Sakas in einer Schlacht besiegt haben.) Kurz darauf entledigte sich Chandragupta dann auch seines Bruders Ramagupta und heiratete <i>Dhruvaswamini</i>, die die Mutter seines Sohnes und Nachfolgers <a href="Kumaragupta_I." title="Kumaragupta I.">Kumaragupta I.</a> wurde.
</p><p>Eine weitere Ehe mit der Naga-Prinzessin <i>Kuberanaga</i> ist ebenfalls überliefert; <i>Prabhavatigupta</i>, eine Tochter aus dieser Verbindung, heiratete Rudrasena II. (reg. 380–385 oder 385–390), einen König der <a href="Vakataka" title="Vakataka">Vakataka</a>-Dynastie, der jedoch bereits kurze Zeit später verstarb. Daraufhin übernahm sie die <a href="Regentschaft" title="Regentschaft">Regentschaft</a> für ihre beiden unmündigen Söhne, gliederte jedoch das Herrschaftsgebiet der Vakatakas quasi für die Dauer von etwa 20 Jahren faktisch in das Gupta-Reich ein, das sich in dieser Zeit vom <a href="Indus" title="Indus">Indus</a> bis zum <a href="Ganges" title="Ganges">Ganges</a>, d. h. über den ganzen Norden Indiens, und nach Süden bis hin zum <a href="Dekkan" title="Dekkan">Dekkan</a>-Plateau erstreckte. Die wichtigsten Städte zu dieser Zeit waren <a href="Pataliputra" title="Pataliputra">Pataliputra</a> (das heutige <a href="Patna" title="Patna">Patna</a>), Prayaga (das heutige <a href="Prayagraj" title="Prayagraj">Prayagraj</a>) und Avantika (das heutige <a href="Ujjain_(Stadt)" class="mw-redirect" title="Ujjain (Stadt)">Ujjain</a>).
</p><p>Kalidasa berichtet, dass Chandragupta, den er nur bei seinem Beinamen <i>Vikramaditya</i> nennt, nach seinem Sieg über die Sakas in mehreren Feldzügen im Nordwesten Indiens die Parasikas (= Perser), Hunas (= Gruppe der sogenannten <a href="Iranische_Hunnen" title="Iranische Hunnen">iranischen Hunnen</a>) und Kambojas besiegte. Auch die Namen anderer unterworfener Völker zu Füßen des Himalaya werden genannt: Mlecchas, Yavanas und Tusharas.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gupta-Reich">Gupta-Reich</h2></div>
<dl><dt>Religion</dt></dl>
<p>Nach jahrhundertelanger religiöser, philosophischer und intellektueller Dominanz des Buddhismus im Norden Indiens waren die Gupta-Herrscher, allen voran Chandragupta II., Anhänger des <a href="Hinduismus" title="Hinduismus">Hinduismus</a>, speziell des <a href="Vishnuismus" title="Vishnuismus">Vishnuismus</a>. Chandragupta II. als Stifter werden mehrere <a href="H%C3%B6hlentempel" class="mw-redirect" title="Höhlentempel">Höhlentempel</a> in <a href="Udayagiri_(Madhya_Pradesh)" title="Udayagiri (Madhya Pradesh)">Udayagiri</a> sowie die frühesten (erhaltenen) <a href="Gupta-Tempel" title="Gupta-Tempel">freistehenden Tempel</a> Indiens zugerechnet. Gleichwohl betätigte er sich auch als Stifter buddhistischer Tempel (<a href="Buddhistische_Monumente_bei_Sanchi#Tempel_Nr._17" title="Buddhistische Monumente bei Sanchi">Sanchi</a>) und Skulpturen (<a href="Sarnath" title="Sarnath">Sarnath</a>).
</p>
<dl><dt>Eiserne Säule</dt></dl>
<p>Die berühmte <a href="Eiserne_S%C3%A4ule" title="Eiserne Säule">Eiserne Säule</a> im <a href="Qutb_Minar" title="Qutb Minar">Qutb-Minar</a>-Komplex in <a href="Delhi" title="Delhi">Delhi</a> soll ehemals in Udayagiri aufgestellt gewesen sein. Eine auf der Säule angebrachte Inschrift beinhaltet den Namen <i>Chandra</i>, der als Verehrer Vishnus bezeichnet wird und deshalb von einigen Forschern mit Chandragupta II. gleichgesetzt wird.<br>
</p>
<dl><dt>Sonstiges</dt></dl>
<p>Der chinesische Pilger <a href="Faxian" title="Faxian">Faxian</a> besuchte um das Jahr 400 Pataliputra und berichtet: „Das Volk ist reich und glücklich, unbelästigt von jeglicher Kopfsteuer oder staatlichen Beschränkungen. Nur die, die das Land des Königs bebauen, zahlen eine Landsteuer. Sie sind frei zu gehen oder zu bleiben. Der König regiert das Land ohne die Todesstrafe anzuwenden. Sogar Hochverräter erhalten nur ihre rechte Hand abgeschlagen.“ Des Weiteren überliefert er, die Bevölkerung äße kein Fleisch, aber auch keine Zwiebeln und keinen Knoblauch; Wein sei ebenfalls unbekannt.
</p>
<dl><dt>Münzprägung</dt></dl>
<p>Im Großreich der Guptas unter Chandragupta II. florierten Wirtschaft und Handel. Eine Vielzahl von Gold- und Silbermünzen wurde geprägt, deren Prägequalität alle bekannten Münzprägungen der damaligen Zeit weit übertraf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Hermann_Kulke" title="Hermann Kulke">Hermann Kulke</a>, <a href="Dietmar_Rothermund" title="Dietmar Rothermund">Dietmar Rothermund</a>: <i>Geschichte Indiens. Von der Induskultur bis heute.</i> 2., aktualisierte Auflage der Sonderausgabe. C. H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60414-0.</li>
<li><a href="Fred_Virkus" title="Fred Virkus">Fred Virkus</a>: <i>Politische Strukturen im Guptareich. (300–550 n. Chr.)</i> (= <i>Asien- und Afrika-Studien der Humboldt-Universität zu Berlin.</i> 18) Harrassowitz, Wiesbaden 2004, ISBN 3-447-05080-2.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Chandragupta_II?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Chandragupta II.</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.importantindia.com/420/chandragupta-ii-vikramaditya/"><i>Chandragupta II., Geschichte – Infos</i></a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://coinindia.com/galleries-chandragupta2.html"><i>Münzprägungen Chandraguptas II. – Fotos + Infos</i></a> (englisch)</li></ul>
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Normdaten (Person): <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/n83067116">n83067116</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/316434713/">316434713</a></span> | </div>
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